JungeWelt: Lernen von Lateinamerika
Dortmund: 50000 Besucher beim traditionellen Pressefest der DKP
Trotz heftiger Regengüsse und halb überschwemmter Festwiesen fanden sich beim 15. Pressefest der DKP-Wochenzeitung Unsere Zeit (UZ) von Freitag bis Sonntag mindestens 50000 Besucher ein. Das bestätigten sowohl die Veranstalter als auch die Polizei. Auf dem alle zwei Jahre stattfindenden größten Volksfest der deutschen Linken im Dortmunder Revierpark Wischlingen wurde wie immer ein breites Spektrum an politischen Veranstaltungen und kulturellen Darbietungen präsentiert. Auf den Bühnen traten unter anderem Konstantin Wecker und die Microphone Mafia auf, diskutiert werden konnte u. a. mit Vertretern des Kasseler Friedensratschlags und der Kommunistischen Partei Kubas.
Die junge Welt und andere linke Publikationen waren ebenso präsent wie internationalistische Gruppen, Friedensinitiativen und Schwesterparteien aus über zwanzig Ländern. Referenten bei den zahlreichen Diskussionsveranstaltungen waren unter anderem Betriebsräte, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke, Attac-Funktionäre und DKP-Vertreter.
Über Lateinamerika im Aufbruch diskutierten am Samstag Carolus Wimmer von der KP Venezuelas und Oscar Martinez Cordoves von der KP Kubas mit Günther Pohl vom DKP-Parteivorstand. Für den Aufbau des Sozialismus in Venezuela gebe es noch kein Handbuch, bekannte Wimmer und bekräftigte die Unterstützung der KP für Präsident Hugo Chávez – der Versuch einer Spaltung durch die bürgerliche Opposition sei endgültig gescheitert. »Wir kämpfen gemeinsam gegen drei Feinde: Die alte Korruption, die alte Bürokratie und die alte Ineffizienz.« Pohl betonte, daß die DKP und die deutsche Linke aus den dortigen revolutionären Prozessen noch viel lernen könnten.
Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) verknüpfte in ihren Diskussionsrunden die Schwerpunkte Antimilitarismus und Bildungspolitik. Im Zelt der jungen Welt diskutierte jW-Chefredakteur Arnold Schölzel mit dem DKP-Theoretiker und Philosophen Hans Heinz Holz unter dem Motto »Immer Ärger mit den Marxisten«. Beide konstatierten eine wachsende Zahl von Menschen, die, so Schölzel, »von diesem System einfach die Nase voll haben, aber noch nicht vom Sozialismus reden«. Ähnlich äußerte sich Holz. Die Massen seien überall in Unruhe, aber ohne gesellschaftspolitische Alternative. »Die DKP hat die Theorie dazu und muß zum Kristallisationspunkt einer Bewegung werden, die sich gegen dieses System erhebt.«
sdaj-hessen - 27. Jun, 21:18








